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Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren
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Hinweise für den Umgang mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern in der Schule


Zum Verhalten hypo- oder hyperaktiver ADS-Kinder

·      Das Hauptproblem der ADS-Kinder ist ihre Konzentrationsstörung. Daneben haben Impulsivität und ggf. Hyperaktivität noch eine größere Bedeutung für ihr Verhalten.

·      Affekte werden meist nicht angemessen verarbeitet.

·      Durch äußere Einflüsse und innere Erwartungen werden ADS- Kinder rasch und tief greifend aus dem Gleichgewicht gebracht. Diese Affekte klingen rasch wieder ab, wenn man eine Eskalation verhindert hat. Die Kinder sind also leicht stör- und verstimmbar; sie stören durch ihre mangelhafte Steuerung oft den Unterricht.

·      Es fällt ihnen schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, Einzelreize zu sortieren (Fliege an der Wand - Lehrerinstruktion), sie sind quasi gezwungen, alles wahrzunehmen.

·      Oft beginnen ADS-Kinder mit der Aufgabenbearbeitung, ohne die dazugehörige Instruktion wirklich aufgenommen zu haben.

·      Das Kind fängt irgendwo zu arbeiten an (hüpfender Wahrnehmungsstil), hat keine Systematik beim Arbeiten, kontrolliert nicht und kann damit auch keine eigenen Fehler finden.

·      Viele Handlungen, die Gleichaltrige automatisiert haben, muss es noch mühsam bewusst regulieren (schreiben, ohne zu sprechen; melden, ohne aufzustehen; an-/ausziehen; aufräumen), das kostet Zeit und Energie, die beim Lernprozess fehlen.

 

Pädagogische Tipps

·      Da es sich um ein Krankheitsbild handelt, sollte bei ausgeprägter Form immer mit auf ADS spezialisierten Fachärzten und kompetenten Beratern zusammengearbeitet werden. Auch eine vertrauensvolle Kooperation mit den Eltern - ohne Schuldzuweisungen - ist nötig.

·      Äußeres Chaos unterstützt das bereits vorhandene innere Chaos beim ADS-Kind. Also sollten Räume, Regale, Arbeitsplätze, Schulranzen so wenig wie möglich Materialien aufweisen und diese übersichtlich geordnet sein: Jedes Ding hat seinen Platz.

·      Durch die leichte Ablenkbarkeit der Kinder sollten sie bei Stillarbeitsphasen nicht an Gruppentischen sitzen. Mit der Zeit nutzen sie die Wahl, sich bei bestimmten Tätigkeiten auch an einen ruhigen Einzelarbeitsplatz zurückzuziehen. Sie müssen immer in der Nähe der Lehrkraft sitzen, damit diese möglichst nonverbal und diskret Orientierung geben kann.

·      Die Vorbildfunktion von Lehrkraft und Banknachbar hat für solche Kinder, die sich selbst nur schwer steuern können, große Bedeutung.

·      Strukturen im Unterricht sind das A und O für diese Kinder und Jugendlichen (einfache Regeln, Rituale, Tagesplan ... ). Bei Wochenplanarbeit und dergleichen sind stark beeinträchtigte jüngere Kinder durch Wahlmöglichkeiten überfordert, es sei denn, man kümmert sich in dieser Zeit systematisch um sie.

·      Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen werden (handlungsorientiert, fächerübergreifend), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind sich konzentrieren und sich Dinge merken kann. Ggf. sollte man den Umfang von schriftlichen Arbeiten auf das Wesentliche reduzieren (Qualität statt Quantität. Es wäre ungerecht, alle Kinder gleich zu behandeln).

·      Komplexe Aufgaben in Einzelschritte zerlegen und Reihenfolge markieren.

·      Wenn sich diese Kinder bemühen - und das tun sie sehr oft, leider unbemerkt -, sollte ein solcher Weg bereits Anerkennung und Lob erhalten, selbst wenn das Ergebnis noch nicht perfekt ist.

·      Gelassenheit und Geduld sind notwendig. Diese Schüler/Innen benötigen oft die 8fache Zeit, um Verhaltensroutinen zu erreichen und Dinge zu behalten, sie vergessen auch Erinnerungen daran sehr schnell.

·      Bei Verhaltensproblemen sollte das Verhalten, was am meisten nervt, zuerst angegangen werden (Regeln einsetzen, diese äußerst konsequent einhalten, d.h. ständige Kontrolle).

·      Anweisungen an das Kind sollten kurz und klar mit Blickkontakt (ggf. mit Körperkontakt und Wiederholung der Anweisung durch das Kind) erfolgen.

·      Bei erwünschtem Verhalten sofortiges Lob (nicht erst am Ende der Stunde oder gar zu Unterrichtsende am Vormittag, da die Kinder nicht in der Lage sind, eine solche Reaktion auf die richtige Situation zu beziehen).

·      Ignorieren von störendem Verhalten ist meist effektiver als ständiges Ermahnen (falls keine Gefahr droht).

·      Negative Konsequenzen sollten möglichst natürliche Konsequenzen sein: Wiedergutmachung etc. oder bei schwierigen Fällen: Punktesystem (Punktabzug) oder Auszeit.

·      Erst wenn ein Verhalten gelernt ist, zum nächsten übergehen.

·      Geschickt Zusatzaufgaben für das ADS-Kind finden, bei dem es seinem Bewegungsdrang in konstruktiver Weise, verbunden mit allgemeiner Anerkennung, nachgehen kann (Tafel wischen ... ).

·      Bei Unterrichtsgängen wollen es diese Kinder oft besonders gut machen. Da sie aber Situationen nicht gut überblicken können und zum Teil nicht wissen, was an der Reihe ist, sollten Kinder immer in unmittelbarer Nähe des Lehrers sein (möglichst mit einer kleinen Aufgabenstellung: etwas tragen etc.).

·      Ein Positiv-Tagebuch für ein solches Kind anzulegen, das Stärken und erfreuliches Verhalten im Gegensatz zu den »nervigen und anstrengenden Unarten« aufzeigt, kann ein erster Schritt zu einem besseren Kontakt zum Kind sein.

·      Diese sensiblen, liebenswerten Kinder können über eine echte, wertschätzende und vertrauensvolle Beziehung gut erreicht werden.

 

(Aus: Frankopf, Rosemarie, ADS und Schule, Tipps für Unterricht und Hausaufgaben. Beltz Verlag 2002. Veröffentlichung auf der Kepler homepage mit freundlicher Genehmigung der Autorin und des Beltz-Verlages) 

 


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