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TRUST - Trau dir! Trau dich!
Ein Projekt zur Prävention sexueller Gewalt




Die Zeitungen vermelden immer neue, erschreckende Fälle von sexueller Gewalt an Kindern, die Zahlen von betroffenen Mädchen und Jungen sind unfassbar hoch. Wir müssen davon ausgehen, dass in einigen unserer Klassen Opfer sexueller Gewalt sitzen.
Um diesen Kindern und Jugendlichen einen Weg zu Hilfe und Unterstützung aufzuzeigen und um potentielle Opfer so zu stärken und informieren, dass sie möglichst gut gegen sexuelle Übergriffe geschützt sind, bieten wir seit einigen Schuljahren ein breit aufgestelltes Projekt zur Prävention sexueller Gewalt an.

Das Konzept schließt sowohl die Schülerinnen, als auch ihre Eltern, als auch das gesamte Kollegium ein und wird von Expert/innen des Vereins Zartbitter Münster begleitet und in großen Teilen auch durchgeführt.
In größeren Abständen werden die Lehrer/innen durch einen Expertenvortrag informiert. Sie erfahren, in welchem Ausmaß sexuelle Gewalt geschieht und was sie tun können, wenn sie von einem Fall erfahren oder sich ihnen ein/e Schüler/in anvertraut.
Psycholog/innen des Vereins Zartbitter Münster übernehmen zu Beginn jedes Schuljahres den Vortrag für die Eltern unserer Sechstklässler/innen am gemeinsamen Elternabend. Im Anschluss können sie Fragen an die Experten stellen.

Im Laufe des Schuljahres nimmt jede sechste Klasse an einem Projekttag teil, der ebenfalls von Zartbitter-Mitarbeiter/innen durchgeführt wird. Es handelt sich hierbei um drei Zeitstunden Expertenunterricht in Biologie.
Die Inhalte sehen wie folgt aus:
1. Definition der Bandbreite sexueller Gewalt: Grenzverletzungen - sexueller Missbrauch
2. Entwicklung von Sprache und Gestik zum Thema „Grenzen setzen“
3. Internet- und WhatsApp-Gefahren, wie die Verbreitung von Fotos, Sexting
4. Klärung verschiedener Fragen in geschlechtergetrennten Gruppen
5. Wünsche im Umgang miteinander
6. An wen kann ich mich wenden, wenn ich über dieses Thema sprechen möchte?

Auch wenn der Schwerpunkt durch die Projekttage auf der Jahrgangsstufe 6 liegt, sollen natürlich möglichst viele Schüler/innen von TRUST profitieren. Aus diesem Grund werden interessierte Schüler/innen der Jahrgangsstufen 8 und 9 zu Moderator/innen ausgebildet („BuddYs“), die dann andere Schüler/innen informieren können oder erste Ansprechpartner/innen für Betroffene sein können. Bei einem so komplexen und sensiblen Thema geht das natürlich nur bei intensiver Betreuung der BuddYs. Daher übernimmt deren Ausbildung und Betreuung unsere Sozialpädagogin Bärbel Gövert.
Um TRUST kompetent und verantwortungsvoll umsetzen zu können, ist die Zusammenarbeit mit Experten von Zartbitter und auch vom Jugendamt unverzichtbar, was auch bedeutet, dass größere Kosten auf die Schule zukommen. Der Förderverein hat sich bereit erklärt, den größten Teil des Projektes zu finanzieren. Außerdem übernimmt der Verein Menschen gegen Kindesmissbrauch e.V. die Kosten für die Ausbildung der BuddYs.

Alle Schüler/innen finden auf der Rückseite ihres Schülerausweises einen Hinweis auf Hilfsangebote.

Stefanie Brüggemann, Beratungslehrerin










"In der Jahrgangsstufe Sechs des Johannes-Kepler-Gymnasiums Ibbenbüren sind die ersten Projekttage zur Prävention sexualisierter Gewalt erfolgreich angelaufen. „Ich fand es richtig gut, dass wir erfahren haben, was genau wir in uns unangenehmen Situationen tun können“, beschrieb eine Schülerin das Projekt. „Mir hat es gut gefallen, dass wir auch in getrennten Mädchen- und Jungengruppen mit den Teamern gearbeitet haben“, legte eine weitere Schülerin nach.

So und ähnlich klangen die Äußerungen der Schüler der ersten beiden Sechser-Klassen, die in der vergangenen Woche an den Projekttagen teilgenommen haben. Nachdem sie im Biologieunterricht gerade eine Unterrichtsreihe zum Thema Sexualerziehung gehabt hatten, konnten sich die Jungen und Mädchen zusammen mit zwei Referenten von Zartbitter e.V. aus Münster dem wichtigen, aber auch durchaus sensiblen Thema der sexualisierten Gewalt widmen. Sie sprachen über hochaktuelle Themen wie das Versenden von privaten Bildern über WhatsApp und über andere Internetgefahren.

In Übungen erlernten sie, wie sie sich selbst in unangenehmen Situationen abgrenzen und schützen können. Außerdem wurde untereinander geklärt, welches Verhalten sie sich von ihren Mitschülern und Mitschülerinnen wünschen. Selbstverständlich war es auch ein zentraler Aspekt zu klären, wie und wo man als Betroffener Hilfe bekommen kann. Das Projekt wird in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt, nachdem es im vergangenen Schuljahr von einer Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern und Schülern entwickelt wurde. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein des Kepler-Gymnasiums wurde die Zusammenarbeit mit den Experten von Zartbitter e.V. aus Münster möglich. Den Projekttagen vorausgegangen waren bereits Informationsvorträge sowohl für die Eltern der Sechstklässler als auch für das gesamte Lehrerkollegium.


Folgen werden weitere Projekttage für die weiteren Klassen des sechsten Jahrgangs" - so die IVZ am 25.03.2915.



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