Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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 Artbook

In Unterrichtsverläufen dokumentieren Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Arbeitsprozesse in Text und Bild. Solche Dokumentationen dienen der Entwicklung von Ideen, dem Entwurf, der Begleitung von Gestaltungsprozessen, der Sammlung und Strukturierung von Inhalten sowie Herstellung von Zusammenhängen und Bezügen. Sie können auch zur Grundlage von Austausch und Reflexion werden. Die Kunst-Fachschaft am Kepler-Gymnasium unterscheidet zwischen essentiellen Dokumentationsformen, die zur individuellen Förderung im Kunstunterricht eingesetzt werden: dem Artbook (Sek I und Sek II) und dem Skizzenbuch (Kunst-Lk/ GK nur auf Wunsch der SuS):

1) Artbook

Das Artbook ist ein fachliches, persönliches und individuelles Dokumentationsmedium für alle Lernprozesse und ihre Ergebnisse im Kunstunterricht und in der ästhetischen Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen, das individuellen Strukturen folgt und ganzheitlich gestaltet ist. Es dient der Leistungsbewertung einzelner Unterrichtsphasen und kann als eigenständiges und ganzheitliches Objekt bewertet werden. Obligatorische Inhalte sind Mitschriften, Texte, Bilder, künstlerische Erzeugnisse (Zeichnungen, Skizzen etc.) etc. Zu den optionalen und damit individuell wählbaren Themen gehören z.B. Gedichte, Zeichnungen, Malereien, Collagen etc., also all die Erzeugnisse, die die Schülerinnen und Schüler aus einem persönlichen Interesse heraus erzeugen und auf freiwilliger Basis in das Artbook einbringen (siehe Abbildung 1). Die Funktionen des Artbooks sind evident: das Artbook kann als Erinnerungs- und Dokumentationsmedium eingesetzt werden, es ist ebenso ein Zeugnis der Wissensarchivierung und damit ein fachliches und methodisches Lernmedium, es dient der Persönlichkeitsbildung und dokumentiert die Kontinuität und Prozessualität der eigenen Arbeit, es kann als Mittel der Diagnose und der individuellen Förderung eingesetzt werden und nicht zuletzt als Bewertungsgegenstand der Sonstigen Mitarbeit dienen.

2) Skizzenbuch

Das Skizzenbuch ist (ähnlich wie das Artbook) als Portfolio aufgebaut und wird ebenso als Dokumentationsinstrument des individuellen Fortschritts im Kunstunterricht eingesetzt. Unter Portfolios wird in allgemeinpädagogischen Zusammenhängen eine Sammlung von Materialien verstanden, in denen die Erarbeitung von Inhalten dokumentiert und Lernprozesse reflektiert werden. Ein zentraler Aspekt von Portfolioarbeit ist die selbstbestimmte Darstellung der eigenen Entwicklung und des eigenen Könnens, während die Auswahl von Artefakten für diese Dokumentation selbständig erfolgt (siehe Abbildung 2-5). Bei einem Portfolio geht es um die Dokumentation des Lernzuwachses, um die Darstellung eines Entwicklungsprozesses. Das Skizzenbuch unterscheidet sich in folgenden Punkten von dem standardisierten Artbook in der Sek I und den Kunst-Grundkursen:

a) Im schulischen Kontext dient das Skizzenbuch als Kommunikationsmedium zwischen Lehrenden und Lernenden, indem die Lernenden  Zwischenschritte dokumentieren, (schriftlich und/oder verbal) kommentieren und damit ihren Arbeitsprozess kommunizieren.

b) Das Skizzenbuch dient als Entwicklungsportfolio, in dem der Lernzuwachs stärker fokussiert wird: es beteiligt die Schülerinnen und Schüler an der Beurteilung und am Umgang mit ihren Schwächen, um ihnen langfristig Verantwortung für ihr Lernen zu übergeben. Die (praktischen) Schwächen und Stärken werden im Gespräch mit der Lehrkraft und durch Präsentationen vor der Lerngruppe ermittelt und davon ausgehend individuelle Entwicklungsaufgaben entworfen, die die Stärken hervorheben und die Schwächen minimieren sollen.

c) Ebenso wird das Skizzenbuch als Bewerbungsportfolio eingesetzt: die Lernenden sammeln ihre besten Arbeiten - auch über einen langen Zeitraum hinweg - und können das Skizzenbuch als Teil der Bewerbungsmappe an einer Hochschule (FH für Architektur/ Design oder Kunstakademie) benutzen. Lernsätze, Definitionen und Übungsaufgaben entfallen deshalb im Skizzenbuch, um den individuellen und künstlerischen Prozess von dem schulischen Kontext zu lösen und erst auf diese Weise als Bewerbungsinstrument nutzbar zu machen.

d) Darüber hinaus erfüllt das Skizzenbuch - angelehnt an das Artbook - auch Eigenschaften eines Beurteilungsportfolios: es dokumentiert dezidiert die Leistungen eines Schülers oder einer Schülerin, rückt aber den individuellen Prozess in den Vordergrund.

e) Das Skizzenbuch wird als maßgebliches Reflexionsinstrument des eigenen Lernprozesses genutzt. Individuelle Aufgaben (zieldifferent) werden später zu kursinternen Aufgaben umgewandelt (zielgleich), sodass das Skizzenbuch zum wichtigste Instrument der individuellen Förderung im Kunstunterricht des Leistungskurses wird.

Das Skizzenbuch bedarf im Unterricht zeitaufwändige Einführungs-, Präsentations- und Reflexionsphasen. Zuhause fordert das Skizzenbuch darüber hinaus eine vertiefte und langfristige Auseinandersetzung mit dem eigenen künstlerischen Prozess, um die hohen Anforderungen zu erfüllen. Aus diesen Gründen ist das Skizzenbuch allein auf den Leistungskurs beschränkt.

 

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 Abbildung 2-5: Beispiele für individuelle Fragestellungen im selben Leistungskurs

 

Silvia Maria Tan

 

 

Verantwortlich für die Inhalte dieser Seite: Silvia Tan

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