Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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„Es geht überhaupt nicht weiter, man wird vertröstet und vertröstet. Und wir sehen, was die Schule für Schwierigkeiten hat“, sagt Hubert Winkelsett, Vorsitzender der Schulpflegschaft des Johannes-Kepler-Gymnasiums Ibbenbüren, auf Anfrage unserer Zeitung. In der jüngsten Ratssitzung in der vergangenen Woche (16. Mai) hatte er im Namen der Elternschaft einen Katalog von Fragen an die Stadt vorgetragen.

Elternschaft

„Wir, die Elternvertreter fordern die Einsicht in die aktuellen Planungen und Termine. Wir möchten auch informiert sein, da wir mit der Elternschaft kommunizieren“, so Winkelsett. Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer versprach, er wolle „den Diskussionsprozess aufrechterhalten“. Konkret habe die Verwaltung vorgesehen, eine Begleitgruppe aus Schulleitung sowie Vertretern der Eltern- und Schülerschaft sowie der Fraktionen zu bilden, die je nach Baufortschritt eingeladen werden soll, teilte die Verwaltung mit. In Kürze werde die Erste Beigeordnete Cornelia Ebert ein Gespräch mit der Schulleitung über die Kommunikation für das Bauvorhaben führen. Einen ersten Termin für eine Zusammenkunft der Begleitgruppe gebe es heute noch nicht.

„Ich habe bisher noch nichts wieder gehört“, sagt Hubert Winkelsett. In der Ratssitzung richtete er einen Appell der Eltern an die Ratsmitglieder: „Geben sie unseren Kindern den Raum zum Lernen“.

 „Bildung braucht Raum zur Entfaltung“

Bei der Preisverleihung Deutscher Schulpreis in Berlin habe sich bei allen Siegerschulen herausgestellt: „Bildung braucht Raum zur Entfaltung, Raum für Kreativität, Raum für Bildung und für vieles mehr. Dabei ist mir sofort unser Raumproblem am Kepler in den Sinn gekommen. Warum gibt man uns nicht diesen Raum bzw. Räume? Wir müssen mit einer Beschränkung leben“, machte Winkelsett die Dringlichkeit der Maßnahme deutlich.

Kritik übte der Elternvertreter auch am beschlossenen Raumprogramm, das auf eine dreizügige Sekundarstufe I und eine sechszügige Sekundarstufe II ausgelegt wurde. – „Warum?“ Es sei davon auszugehen, dass sich die Zusammenarbeit der Ibbenbürener Schulen insbesondere im Bereich der gymnasialen Oberstufe weiter verstärken werde, um ein zeitgemäßes Fächerangebot zu bieten.

Ein Großteil der aus den Haupt- und Realschulen in die Oberstufe wechselnden Schüler wähle aufgrund der seit Jahren bestehenden Erfolge das Kepler. Dies sei unter anderem durch den geteilten dritten Platz im Rahmen des deutschen Schulpreises 2018 bestätigt worden. „Im Rahmen der Kooperation mit dem Goethe-Gymnasium und der Gesamtschule trägt das Kepler die Hauptlast“, sagte Winkelsett. Er wollte wissen, welche Vorgaben für die Verwaltung oder das Planungsbüro diesem Umstand auch räumlich gesehen Rechnung tragen.

Für völlig falsch halten die Elternvertreter es, das Kepler-Gymnasium, das Goethe-Gymnasium und die Gesamtschule als Konkurrenz zu sehen. Winkelsett fragte: „Ist die Entscheidung des Schulträgers dieser drei Schulen für eine Verkleinerung des Erweiterungsbaus des Kepler-Gymnasiums aus Konkurrenzschutzüberlegungen getroffen worden? Wenn nein, welche sachlichen Gründe sprechen für die Entscheidung, die räumlichen Möglichkeiten für eine zeitgemäße gemeinsame Oberstufe am Schulstandort Ibbenbüren zu verringern?“

Container-Lösung nicht ausreichend

Die Vorstellungen von Schule, auf deren Grundlage der Anbau am Kepler-Gymnasium geplant wurde, seien nach Auffassung der Eltern „aus der Vergangenheit“. Individualisierter Unterricht, Inklusion, Integration, Förderung von Defiziten und Begabungen ließen sich nicht bei unzureichendem Raumangebot erfüllen, geschweige denn Nachmittagsunterricht, AGs und Weiteres: „Vergibt sich die Stadt als der Schulträger nicht den Schritt in eine zukunftsorientierte Schullandschaft, wenn sie den Anbau bewusst auf eine geringere Zügigkeit auslegt?“

Das Kepler gehe erneut 10-zügig in die Oberstufe, zudem gebe es die Kooperationen mit dem Goethe und mit der Gesamtschule. „Inwieweit ist G9 in diesen Plänen schon eingearbeitet“, lautete eine weitere Frage der Elternschaft. „Warum schaut man nicht auf die aktuelle Entwicklung der Schülerzahlen? Es sei derzeit „nicht abzusehen, dass die Zügigkeit kleiner wird, vor allem nicht in der Sekundarstufe II“.

Dass die Ende 2014 beschlossene und 2016 zur Fertigstellung vorgesehene Kepler-Mensa erst zusammen mit dem Anbau realisiert werden soll, mache zwar betriebswirtschaftlich Sinn. Aber: „Welche Übergangslösung wird geschaffen? Die momentane Lösung in den Containern ist nicht ausreichend.“

 

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, 24. Mai 2018

 

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