Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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Schulleiter wollen ein paar Dinge klarstellen

Dienstag, 18. Feb. 2020 - 18:00 Uhr
von Linda Braunschweig

Dem Johannes-Kepler- und dem Goethe-Gymnasium wird gerne eine gewisse Konkurrenz nachgesagt. Aber die gibt‘s nicht, beteuern die Schulleiter Lars Buchalle (Goethe) und Paul-Georg Weiser (Kepler). Im Gegenteil: Die Schulen arbeiteten seit elf Jahren zusammen und ihre Kooperation habe für die Schüler viele Vorteile, vor allem beim Fächerangebot, sagt Weiser. Das ist aber nur einer der Aspekte, die die beiden Schulleiter klarstellen wollen.

schuleiter goethe kepler 2020

Buchalle unterstreicht: „Der vermeintliche Clash of Cultures zwischen Kepler und Goethe mag romantisch sein, ist aber Unsinn. Wir profitieren voneinander.“ Nur so gebe es das gute Angebot. Ihnen sei wichtig, dass das auch so gesehen wird. „Wir sind eine Schulform, die gemeinsam stark in Ibbenbüren ist.“ Und es bleiben will. Durch die politisch gewollte Einführung der Gesamtschule könnte der Eindruck entstanden sein, so Buchalle, dass auf das Gymnasiale nicht mehr so viel Wert gelegt werde. „Das wollen wir hier mal deutlich korrigieren. Wir machen gute Arbeit.“

Abnehmende Schülerzahl

Relativ neu in der Kooperation ist die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule, die seit dem Schuljahr 2018/19 auch eine gymnasiale Oberstufe hat. Durch diese zusätzliche Schulform gibt es abnehmende Schülerzahlen an den anderen weiterführenden Schulen und eben auch an den Gymnasien. So wird es schwieriger, das bisherige, vielfältige Kursangebot in der Oberstufe zu erhalten, sagt Weiser.

Und zwar in „mehrerer Hinsicht“. Denn je geringer die Zahl der Schüler, desto weniger Chancen gebe es für Leistungskurse (LK) gerade in „Exoten“-Fächern – wie Informatik, Sport oder Physik. 19,5 Schüler müssen es für so einen Kursus mindestens sein. Möglich ist das oft nur, weil die Schulen sich zusammentun.

Vor diesem Hintergrund hat es bei Buchalle und Weiser für Irritationen gesorgt, dass an der Gesamtschule Informatik in der Oberstufe gestrichen wurde. Denn dadurch kämen von dort keine Schüler für weitere Kooperations-Kurse infrage. Das wiederum senke die Chancen für diese Kurse. Und: „Das wären ja potenziell Schüler gewesen, die sich vielleicht am Kepler oder Goethe angemeldet hätten, um den Informatik-LK zu wählen“, sagt Buchalle.

Ohnehin ist es für die drei Schulen nicht leicht, die gemeinsamen Kurse zu organisieren, denn alle drei haben unterschiedliche Stundenplan-Modelle.

„Mehr“ ist ein Risiko

Die beiden Schulleiter warnen davor, noch mehr Kooperation und Angebote zu fordern. Ein Wunsch, der auch von der Politik an sie herangetragen werde. Jedes „Mehr“ sei auch ein Risiko und vor allem nicht automatisch besser, sagt Buchalle. Aber: „Wenn wir etwas Neues einstielen, ist da Verlass drauf.“ Das Fächerangebot sei seit Jahren stabil, sagt Weiser – und das wollen die Schulen erhalten.

Mit Blick auf die abnehmende Schülerzahl und die Gesamtschule kritisiert Weiser – und diese Kritik würden auch andere Schulleiterkollegen üben – die Praxis an der Gesamtschule, zur Schülerauswahl eine Durchschnittsnote der Hauptfächer zu bilden (wir berichteten), „um somit den eventuell nicht vorhandenen Drittelmix zu verschleiern“.

Bei den Eltern nehmen Buchalle und Weiser zudem eine Verunsicherung hinsichtlich der Ibbenbürener Schullandschaft wahr. Bei den Tagen der offenen Tür sei aufgefallen, dass Eltern „hofften“, dass ihre Kinder an den Gymnasien „noch“ aufgenommen würden. „Da gibt es die eigenartigsten Gerüchte“, sagt Buchalle, der den Eltern eine gewisse „Scheu“ vor den Gymnasien attestiert. Das hänge eventuell mit der Begrenzung der Schülerzahl an der Gesamtschule zusammen, die gerade 50 Schüler abweisen musste. Buchalle und Weiser unterstreichen, dass sie als städtische Gymnasien niemanden mit entsprechenden Leistungen ablehnten. „Beide Gymnasien nehmen unbegrenzt auf, weil wir keine Quote haben“, sagt Buchalle.

„Fragen Sie bei den Profis um Rat“

„Wir beraten jeden“, sagt Weiser. „Wir lesen die Gutachten der Grundschulen und geben eine Einschätzung.“ Sehr auffällig sei, dass im Moment offenbar viele Hauptschul- und kaum noch reine Gymnasialempfehlungen ausgesprochen würden. Warum, das wissen die Schulleiter nicht. Sie ermutigen Eltern, sich beraten zu lassen. „Der Schritt ist es auf jeden Fall wert. Werden Sie bei uns vorstellig, fragen Sie bei den Profis um Rat.“

Die Anmeldephase für die weiterführenden Schulen beginnt am 2. März.

IVZ vom 19.02.2020

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