Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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Arbeitsgruppe des Q1-Literaturkurses erstellt Film

Die „Alten“ und Technik – das passt nicht zusammen. Sieben Schülerinnen und Schüler des Kepler-Gymnasiums nahmen die vielfach kolportierte Behauptung als Ausgangspunkt für ein Filmprojekt, das sie jetzt präsentiert haben.

digitale Medien

Ältere Menschen haben keine Ahnung von Technik. Ein altes Klischee. Ist das Quatsch oder ist da was dran? Dieser Frage wollten sieben Schüler des Q1-Literaturkurses mit einem Filmprojekt auf den Grund gehen. „Wie sehen die Jungen die Alten?“ So lautete die übergeordnete Fragestellung, aus der per Brainstorming schnell das erwähnte, konkrete Filmthema wurde. Der Plan: Interviews mit älteren Menschen führen und auf diese Weise etwas über deren Umgang mit den digitalen Medien in Erfahrung bringen.

„Wir haben die Leute einfach in der Innenstadt angesprochen und fast alle haben total bereitwillig mitgemacht“, erzählt Ella Plagemann begeistert. Mitstreiter Moritz Mohr fasst das Ergebnis der Interviews zusammen: „Ganz schnell wurde uns klar, dass das Klischee überhaupt nicht stimmt.“ Denn, so das (nicht wirklich) überraschende Resultat, ältere und auch alte Menschen kennen sich zum Teil sehr gut mit den neusten technischen Entwicklungen aus. Selbst im Besitz von Smartphones und Tablets, nutzen sie das Internet zu Informationszwecken, kennen Facebook und Instagram. Allerdings – auch das ergab die Befragung - verzichten ältere Menschen oft ganz bewusst darauf, von allen technischen Möglichkeiten auch im Alltag Gebrauch zu machen. WhatsApp und Skype sind für „die Alten“ kein Hokuspokus, sondern schöne Möglichkeiten, über die örtliche Distanz Kontakt zu halten. Die persönliche Kommunikation kann das für sie aber nicht ersetzen.

Immer wieder kamen die Befragten sehr schnell von der eigenen Mediennutzung zum Verhalten ihrer Enkel und drehten den Spieß damit um. Wird in Sachen Handy und Co. vielleicht Manches überbewertet? Werden Prioritäten immer richtig gesetzt? „Mit ihrer Lebenserfahrung neigen ältere Menschen wohl etwas weniger als wir Jugendliche dazu, neue Dinge sofort zu hypen.“ Diesen selbstkritischen Eindruck hat Carina Neuhaus aus der Arbeit am Film gewonnen.

Sehr positiv auf das Endergebnis habe sich ausgewirkt, dass man die technischen Möglichkeiten des IVZ-Medienhauses in der Bahnhofstraße nutzen durfte. Das meint Jan Philip Frehe, der die Endproduktion des Films verantwortete. „Da konnten wir die Interviews unter Studiobedingungen führen, das hat sich absolut auf die technische Qualität des Films ausgewirkt.“

Und sonst? Aufwändig war das Projekt. Es hat den Schülern viel Mühe und Zeit abverlangt. Das betont Matthias Traub, der den Literaturkursus leitet. Die zwei Wochenstunden seien fast immer für Koordination und Planung draufgegangen. „Den kreativen Rest haben die Schüler fast vollständig in ihrer Freizeit erledigt“, zieht der Fachlehrer seinen Hut vor dem Engagement der Jugendlichen.

Resultat des Einsatzes ist ein Film mit zahlreichen Erkenntnissen. Der Clip belegt nicht nur ein hohes Technikverständnis der Senioren, sondern auch ihren kritisch-distanzierten Umgang mit den technischen Möglichkeiten. Etwas, dass der jungen Generation immer wieder gerne abgesprochen wird. Auch so ein Klischee. Vielleicht können die Schüler das ja dann noch in einem weiteren Film widerlegen. 

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, 21. Februar 2018

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