Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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Große Stammzellspender-Typisierungsaktion im Johannes-Kepler-Gymnasium

Von Carina Tissen

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IBBENBÜREN. Es geht ganz einfach, tut gar nicht weh und ist in nur fünf Minuten erledigt: die Typisierung für eine Stammzellen- und Knochenmarkspende. Nach dem bekannten Slogan „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“ der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nahmen jetzt 130 Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums an einer großen Typisierungsaktion im eigenen Hause teil. Organisiert wurde sie vom Rotary Club Tecklenburger Land.

Lehrer Josef Deters koordinierte den Ablauf der Typisierungsakion vor und im Biologieraum. Auf seiner Liste: 130 Schüler, die auf ihren Einsatz warteten. In kleinen Grüppchen von neun Personen nahmen sie bei den Vertretern des Rotary Clubs Platz, die die Schüler durch die Prozedur führten. „Dafür haben wir uns heute freigenommen“, erklärte Dr. Bettina de Hesselle vom Rotary Club.

Im Raum erhielten die Schüler das Typisierungskit. Darin enthalten: ein Aufklärungsbogen, eine Einverständniserklärung und das Stäbchen mit der Entwicklungsflüssigkeit. Die Hilfspersonen öffneten das Kit, das Stäbchen herausnehmen mussten die Schüler selbst. Das ist eine strenge Vorgabe, denn: „Sobald da fremde DNA dran kommt, ist die Probe verfälscht – und das wäre schade“, erklärt einer der Helfer. Auch den Wangenabstrich führten die Schüler selber durch. Zehn Mal die linke Wangeninnenseite, zehn Mal die rechte. Dann das Stäbchen abdrehen, umdrehen und in das Röhrchen mit der Entwicklungsflüssigkeit stecken, zudrehen, und 15 mal gut schütteln.

Sich typisieren zu lassen bedeute jedoch nicht, dass man gleich zum Spender wird, weiß de Hesselle: „ Nur ungefähr einer von 100 möglichen Spendern wird innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre auch tatsächlich zur Spende herangezogen.“ Zudem sei die Typisierung nicht verbindlich. Sollte man als Spender infrage kommen, besteht immer noch die Möglichkeit, eine Spende abzulehnen.

Mit Julie Wach (18) registrierte sich schließlich bei der Aktion im Kepler-Gymnasium der 3000. mögliche Spender beim Rotary Club. Sie hat sich typisieren lassen, „weil es einfach eine gute Sache ist“. Im Ernstfall kalte Füße zu bekommen, das kann sie sich nicht vorstellen. Und das Gute: Auch wenn sie nach dem Abitur als Au-Pair nach Frankreich geht, kann sie trotzdem Spenderin werden. Denn das Zentrale Knochenmarkspenderregister mit Sitz in Ulm koordiniere nicht nur die deutschen Regionaldateien, sondern sei auch die Verbindung zu internationalen Dateien. So könne es eben sein, erklärt de Hesselle, „dass eine Spende irgendwo auf der anderen Seite der Welt landet.“

Die Typisierung ist für Interessierte in der Regel kostenlos, weil Organisationen wie in diesem Fall Rotary die Kosten für die Kits sowie die Untersuchung der Proben bezahlen. „Eine Typisierung kostet 50 Euro“, erklärt Rotary-Präsident Dr. Stephan Schmitz. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. „Deswegen finanzieren wir die Aktionen aus freiwilligen Geldspenden und dem Adventskalender, den es ab November wieder gibt.“

Kommt es schließlich zur Spende – sieben Spender konnte Rotary schon vermerken – wird zwischen einer Stammzell- und einer Knochenmarkspende unterschieden. Seltener ist die Knochenmarkspende, bei der unter Vollnarkose ein Gemisch aus Knochenmark und Blut aus der Beckenschaufel entnommen wird. Die Regel ist die Stammzellspende. Mittels eines maschinellen Verfahrens, etwa wie bei einer Dialyse, werden Stammzellen aus dem Blut gefiltert. In beiden Fällen erhält der Spender im Vorfeld über mehrere Tage ein Medikament, das die Menge der weißen Blutkörperchen steigen lässt.

Um 11 Uhr war die Aktion gelaufen. 130 Schüler haben sich typisieren lassen und ein deutliches Zeichen gesetzt: Sich typisieren zu lassen ist nicht nur einfach, sondern einfach eine gute Sache. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

»Im Schnitt findet sich unter 1000 Typisierungen ein Spender.«

Dr. Bettina de Hesselle

Stammzellspender – wer eignet sich?

Längst nicht jeder eignet sich als Stammzellspender, was wohl mit ein Grund für die geringe Spenderzahl ist. Die Uni-Klinik Köln klärt die Schüler mit einem Infoblatt auf, welche Voraussetzungen mögliche Spender mitbringen müssen:

Spender müssen zwischen 18 und 55 Jahre alt sein

Es dürfen keine ernsthaften Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Lungen- oder Nierenerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Infektionskrankheiten wie ansteckende Gelbsucht oder Aids, schwere Allergien, Autoimmun- und Krebserkrankungen vorliegen.

Die Gewebsmerkmale, die sogenannten Humanen Leukozytenantigene (HLA), müssen möglichst genau übereinstimmen.

IVZ vom 14.03.2019

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